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"Unbekanntes Land
im Herzen Europas" lautete das Motto der diesjährigen Studienfahrt der
vhs-Rheinzabern vom 18. - 25.10.2003 in die Slowakei.
Was wussten wir
schon über dieses Land?
Am Anfang waren da sicherlich mehr Klischees als Fakten. Nach genau
1476 km aber war man um viele Erfahrungen reicher. Die Erwartungen wurden
weit übertroffen, denn die 31 Reiseteilnehmer erlebten ein interessantes
europäisches Kulturland mit warmherziger Atmosphäre und großer Gastfreundschaft.
In Reiseführer Marian Bilacic stand zudem der Gruppe ein kompetenter
und dynamischer Experte für die Slowakei zur Verfügung, seine Informationen
waren dank der Vorarbeit von Reiseleiter Gerhard Beil auf die Gruppe
zugeschnitten. Die Slowakei konnte mit allen Sinnen erfahren und erlebt
werden, auch blieb viel Zeit zum Verarbeiten der intensiven Eindrücke
aus verschiedensten Bereichen. So standen allein vier von fünf Zielen
des slowakischen UNESCO-Weltkulturerbes auf dem Programm.
Flagge und Hymne
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Die
Hymne:
Nad Tatrou
sa blýska, hromy divo bijú.
Nad Tatrou sa blýska, hromy divo bijú.
Zastavme sa bratia, ved' sa oni stratia, Slováci ozijú.
Zastavme sa bratia, ved' sa oni stratia, Slováci ozijú.
To Slovensko
naše posial' tvrdo spalo.
To Slovensko naše posial' tvrdo spalo.
Ale blesky hromu, vzbudzujú ho k tomu, aby sa prebralo.
Ale blesky hromu, vzbudzujú ho k tomu, aby sa prebralo.
Übersetzung:
Es blitzt über der Tatra, wild grollt der Donner,
Bleibt stehen, Brüder, das geht vorbei, die Slowaken erwachen
zu neuem Leben.
Diese, unsere Slowakei hat bis jetzt geschlafen, Aber der Donner
und die Blitze ermutigen sie, wieder zu leben.
Text: Janko
Matúška
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Bratislava
-die Hauptstadt
Was die Hymne so pathetisch ankündigt, wollte man natürlich zuerst
in der Hauptstadt erfahren. Tradition und Zukunft liegen hier
dicht beisammen. Bratislava/Preßburg, die alte Hauptstadt des
vor 10 Jahren einmal wieder gegründeten Staates, präsentierte
sich im Sonnenschein als Tor zur Slowakei. Dieser kleine Staat
mit rund 5,3 Mio. Einwohnern und der Größe Niedersachsens tritt
am 1. Mai 2004 der EU bei.
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Idylle im historischen
Stadtkern von Bratislava
Foto Bernd Ohnemüller |
Das Ehrenmahl der
sowjetischen Armee -zweitgrößtes nach Berlin-Treptow- weist von weitem
auf die jüngste Geschichte hin, ebenso wie die mächtigen Plattenbausiedlungen
in den Außenbezirken. In der Hauptstadt der Slowakei ist vieles kleiner
und überschaubarer als in den Metropolen Europas. Die Pressburg, natürlich,
nach 150 Jahren Verfall wieder als Wahrzeichen renoviert, und die reizvolle
Altstadt (Foto 1) gelten als touristisches Muss. Die Residenzen von
Präsident Rudolf Schuster und Ministerpräsident Mikulas Dzurinda, stattliche
Adelspaläste und Bürgerhäuser, enge Gassen oder das Michaelertor zählen
zu den architektonischen Rosinen. Im Martinsdom wurden 10 Habsburger
und Maria Theresia zu Königen von Ungarn gekrönt. 12 Nationalitäten
und 8 Religionen lebten einst hier in kreativer Symbiose; vor allem
die Vernichtung der Juden und die spätere Vertreibung der Deutschen
gelten als herber Verlust. Die Spuren von deren Kulturleistung sind
jedoch noch überall gegenwärtig. Bratislava ist heute die wirtschaftliche
Boomtown des Landes, die von einem Gürtel moderner Industrie- und Gewerbeflächen
geprägt wird. Jüngstes Erfolgsbeispiel ist der Bau eines Peugeot-Werkes
in der Peripherie von Bratislava.
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Slovakischer
Wein -ein köstlicher Tropfen "Bösing hat die prächtigsten Weingärten",
heißt ein alter Spruch. Deshalb lernte man bereits am ersten Abend
im nahen Pezinok/Bösing den slowakischen Wein kennen und schätzen.
Familie Svestkov -die Tochter ist mit einem Rheinzaberner verheiratet-
wollte unbedingt für "die Rheinzaberner" etwas organisieren. Im
historischen Gewölbekeller der städtischen Vinothek gab es deshalb
einen stimmungsvollen Abend.
Foto 2 (Bernd
Ohnemüller) Historischer Weinkeller Pezinok/Bösing
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Nach dem Mahl präsentierte
Frau Anna Hanuskova charmant und gekonnt acht interessante Tropfen,
vom Riesling bis zum "Rulander", die am Osthang der Kleinen Karpaten
gute Wachstumsbedingungen finden. Etliche Lieder zur Gitarre (Foto 2)
setzten dem netten Abend die Krone auf. Er wird so schnell nicht vergessen
werden.
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In der einstigen
Schatzkammer des Königreiches Ungarn
Über das slowakische Tiefland, die Kornkammer des Landes, wo auch
eine ungarische Minderheit lebt, vorbei an der Bischofsstadt Nitra,
ging es am zweiten Tagen ins slowakische Erzgebirge. Hier zeigt
das einst "silberne" Schemnitz /Banska Stiavnica -UNESCO-Weltkulturerbe-
(Foto 3) noch Spuren alter Größe, scheint aber in einen Dornröschenschlaf
gefallen zu sein.
Foto 3 (Bernd
Ohnemüller) Das einst "silberne" Schemnitz/Banska Stiavnica
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Am
Anfang stand die Geschichte vom Hirten und dem Salamander, es wurde
Goldstaub gefunden. Fugger und Thurzo waren hier dann Magnaten.
M. K. Hell entwickelte raffinierteste Abbautechniken mit perfekter
Wasserkunst. Hier enstand 1763 die erste Bergbauakademie der Welt.
Nirgends gibt es noch so viele deutsche Inschriften. Die prächtige
Dreifaltigkeitsäule weist auf den Glanz dieses Ortes hin, der einst
drittgrößte Stadt im Habsburgerreich war. Rückgang des Bergbaus
und sozialistische Politik führten zur Entvölkerung des Stadtkernes,
zum Verfall wertvoller Bausubstanz. Plattenbauten an der Peripherie,
Industrieruinen, in denen Roma hausen, gehören heute zur Realität
von Schemnitz/Banska Stiavnica. Es gibt noch vieles zu tun.
Im "kupfernen" Neusohl/Banska Bystrica hingegen, das eine günstigere
geographische Lage hat als das "bucklige" Schemnitz, beeindruckte
der Hauptplatz mit seinem geschlossenen Ensemble. Bemerkenswert
die Wiedererrichtung der Mariensäule (Foto 4), die von den Kommunisten
entfernt worden war. Maria ist bekanntlich die Schutzpatronin der
Slowakei. So war es kein Zufall, dass im September 2003 der Papst
hier weilte. |
Foto 4 (Gerhard
Beil) Mariensäule am Hauptplatz von Banska Bystrica, im Hintergrund
(Mitte) der Turm der Marienkirche.
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| Johannes
Paul II. hatte sich erfolgreich geweigert, vor der Kulisse des Museums
des Slowakischen Nationalaufstandes (SNP) eine Messe zu zelebrieren.
Banska Bystrica hatte nämlich zur kommunistischen Zeit als Ort des
legendären Slowakischen Nationalaufstandes SNP eine besondere Bedeutung
für den Partisanenmythos. In der Marienkirche, auch "Deutsche Kirche"
genannt, begegnete man auch erstmals dem Werk von Meister Paul,
der für den Altar der Heiligen Barbara einzigartige Figuren schuf.
Nebenbei informierte der Reiseführer über den slowakischen Durchschnittslohn
von rund 420,-- €/Monat Brutto, wobei ein Liter Sprit 0,8 € kostet
oder für Miete mindestens 100 €/Monat aufzubringen sind. Den größten
Teil des Einkommens geben Slowaken übrigens heute für Essen aus,
aber nicht allein wegen des Spruchs "Bis der Dicke abnimmt, ist
der Dünne schon hin", sondern weil Lebensmittel noch sehr teuer
sind. |
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Die Zeit
stand still
Über den Donovaly-Pass und durch das Revica-Tal ging es zum das
Fatra-Dörfchen Vlkolinec (Foto 5), ein Ortsteil von Rosenberg/Ruzomberok.
Die Zeit scheint hier still zu stehen. Nicht umsonst ist dieses
einzigartige Beispiel bäuerlicher Volksarchitektur zum UNESCO-Weltkulturerbe
geworden. Mehrmals im Jahr streichen die Bewohner ihre Holzhäuser
blau, weiß oder rosarot.
Foto 5 (Gerhard
Beil) Vlkolinec Ortseingang
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| Wiederholt
war der Ort schon Filmkulisse. Das einstige Bergbauern- und Holzfällerdorf
ist heute von Brache umgeben, die aber noch zeigt, wie hart das
bäuerliche Leben im Gebirge ehedem war. "Hungertäler" heißt hier
die Gegend, wo es früher viel Alkohol, viele Kinder gab, aber wenig
Essen. Idylle nur auf den ersten Blick. |
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Versöhnung
über den Gräbern
Ein Land wie die Slowakei zu besuchen, steht unter einem besonderen
geschichtlichen Aspekt. So ist die Liptau ist nicht nur wegen
des bekannten Käses einen Abstecher wert, sondern hier spiegelt
sich auch finstere historische Vergangenheit wider.
Foto 6 (Bernd
Ohnemüller) Soldatenfriedhof Vazec
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| Ziel
war deswegen auch der Soldatenfriedhof Vazec, der größte in der
Slowakei. 6000 deutsche Soldaten des II. Weltkrieges fanden hier
ihre letzte Ruhe, nur 4000 davon sind identifiziert. Ortsbürgermeister
Gerhard Beil hielt eine kurze Ansprache und legte auch einen kleinen
Blumengruß nieder. Er erinnerte an die beinahe 50 Millionen Opfer
des II. Weltkrieges und der Tyrannei, an das Leid und Elend der
Soldaten, der Zivilisten, der Verschleppten, Vertriebenen und Ermordeten.
Erst seit Fall des Eisernen Vorhangs konnten hier dt. Soldaten eine
würdige Ruhestätte finden (Foto 6). "Versöhnung über den Gräbern",
das Leitmotto des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, war
in diesem Moment kein leeres Schlagwort. |
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Tatra -kleinstes
Hochgebirge der Erde
Für fünf Tage sollte das Hotel "Grand" im Kurort Stary Smokovec/Altschmecks
der Reisegruppe Quartier bieten, ein nettes Haus -ein Hauch von
"Zauberberg"- am Fuße der Hohen Tatra, dem kleinsten Hochgebirge
der Welt. Dieses reizvolle Gebirge verbarg aber seine Schönheit
meist hinter Wolken und Nebel. Nächtlicher Frost und gelegentlicher
Schnee ließen die Rauhheit des Klimas ahnen. Beim Spaziergang
rund um den Tschirmersee/Strbske Pleso (Foto 7) jedoch zeigte
die "Dame Tatra" auf raffinierte Weise ihre Reize.
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Foto 7 (Gerhard Beil) Tschirmer See/Strbske Pleso |
| Für
wenige Augenblicke hob sie ihren Nebelschleier, und ein überwältigendes
Panorama kam zum Vorschein: Der Krivan (2494 m), das slowakische
Matterhorn, der Satan (2421,5 m), die Lomnitzer Spitze (2632 m),
der zweithöchste Tatragipfel, und die Gerlsdorfer Spitze (2655 m),
der höchste Berg der Hohen Tatra. Bergfreund, was willst du mehr?
Zdiar, das 5 km lange Goralendorf in der Weißen Tatra, war nächste
Reisestation. Im Heimatmuseum, einem kleinen Gehöft mit dem typischen
Innenhof, gab es einiges aus dem kargen Bergleben der Goralen zu
sehen. Höhepunkt war eine von den Reiseteilnehmern gespielte Goralenhochzeit
(Foto 8) in historischen Trachten und mit originellen Spontantexten.
"Bräutigam" und "Brautvater" ließen es sich nicht nehmen, auf das
Fest einen auszugeben. Das farbenprächtige Folklore-Ensemble "Janosik"
aus Svit, das sich nach dem Robin Hood der Slowakei benennt, brachte
an einem Abend mächtig Stimmung ins Hotel und versetzte die Besucher
in die "gute alte Zeit". |
Bild 8 (Bernd Ohnemüller)
"Goralenhochzeit"
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Ins Zipser
Land und zu Meister Paul
Zu einer touristisch besonderen Region der Slowakei zählt ohne
Zweifel die Zips/Spis, wo sich bereits vor 800 Jahren deutsche
Einwanderer ansiedelten und wo heute noch viele Spuren dieser
Geschichte zu finden sind. Da war zunächst die wunderschöne Kirche
mit herrlichem Schnitzaltar in Georgenberg/Spisska Sobota.
Foto 9 (Bernd
Ohnemüller) Studie eine Figur von Meister Paul
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| Dann
war da die Sankt-Jakobs-Kirche in Leutschau/Levoca mit dem größten
gotischen Schnitzaltar der Welt (Höhe über 18 m) von Meister Paul
aus Leutschau. Meister Paul verstand es trefflich, dem Holz eine
Seele zu geben (Foto 9). Sein Werk steht dem eines Veit Stoß oder
Tilman Riemenschneider nicht nach. Schmucke Bürgerhäuser umgrenzen
Leutschaus Zentrum, in dessen Mitte das imposante Rathaus steht.
Ob es am Marienberg/Marianska Hora lag, dem Wallfahrtsort oberhalb
der Stadt, dass die Sonne wieder strahlte, nachdem in der Nacht
zuvor eine Sintflut niedergegangen war? |

Foto 10 (Gerhard
Beil) Zipser Kapitel (vorne) mit Zipser Burg im Hintergrund |
| Nach
einer Zwischenstation an einem Mini-Geysir im kleinen Naturschutzgebiet
Siva brada (Graubart), dem "slowakischen Pamukkale", folgte der
Besuch im "Slowakischen Vatikan", dem Zipser Kapitel (Foto 10),
wo insbesondere die St. Martins-Kathedrale mit ihren 11 Altären
beeindruckte. |
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| Nach einem Abstecher vorbei an einer deprimierenden
Romasiedlung erfolgte der Aufstieg zur größten Burg Europas, die
Zipser Burg -UNESCO-Weltkulturerbe. Von der riesigen Burganlage
schweifte der Blick über eine herbschöne Landschaft, die im abendlichen
Sonnenuntergang nochmals ihre spätherbstlichen Reize zeigte, aber
auch ahnen ließ, wie streng hier die Winter sein können. |
Ganz
weit hinten ist auch Europa
Über Hopgarten/Chmelnica, dem einzigen Ort der Zips, wo noch größtenteils
Deutsch gesprochen wird, steuerte man die ehemalige Königsstadt
Bartfeld/Bardejov an, wieder UNESCO-Erbe. Das alte Bartfeld besitzt
einen beeindruckenden mittelalterlichen Marktplatz in einmalig geschlossenem
Ensemble. Und in dessen Zentrum das Rathaus. Höhepunkt jedoch die
kunstreiche Ägidiuskirche, die mit ihren 12 Flügelaltären an die
Blüte der Stadt im 16. Jh. erinnert. Vom Kirchturm erlebte der Besucher
einen herrlichen Ausblick auf Stadt und Umgebung. Saris heißt diese
Gegend in der Nähe des Dukla-Passes, wo 1944/45 schreckliche Kämpfe
tobten. Hier im Osten der Slowakei lebt die Minderheit der Ruthenen,
die vielfach noch dem griechisch-katholischem Glauben angehören.
Diese Minderheit hatte es nach dem Krieg nicht einfach, weil sie
nach Rom orientiert ist -im Gegensatz zu den Russisch-Orthodoxen.
Ab 1950 wollte man im Zuge der "unverbrüchlichen Freundschaft zu
den Völkern der Sowjetunion" die Ruthenen kurzerhand zu russisch-orthodoxen
Glaubensbrüdern machen, ihre Priester wurden verhaftet. |
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Foto 11 (Gerhard
Beil) Holzkirche in Jedlinka
Vielfach
gab es nur noch einen orthodoxen Popen, dennoch blieben viele
Ruthenen ihrem Glauben treu. Erst seit den 90-er Jahren gibt es
wieder Religionsfreiheit für die Ruthenen, ihre Kirchen wurden
zurück gegeben, erklärte Frau Suzzana Hricikova, eine echte Babuschka.
Sie ist Sakristanin der wunderschönen Holzkirche von Jedlinka
(Foto 11 und 12) am Südrand der Beskiden, nahe der polnisch-ukrainischen
Grenze. Hier steht die einzige der Schutzmantelmadonna geweihte
Holzkirche der Slowakei.
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Das dreiräumige
griechisch-katholische Kirchlein aus dem Jahre 1763 besitzt farbenprächtige
Ikonostasen. Dreiräumig ist die Einteilung in ein Saktuarium,
das nur der Priester betreten darf, den Besucherraum und das Weiberhaus.
In Hervartov/Herbertsdorf bei Preschov/Eperies schließlich ludt
die monumental wirkende hölzerne Franziskuskirche aus der Zeit
vor 1500 zum Kurzbesuch ein. Es ist die einzige katholische Holzkirche
in der Ostslowakei. Auch hier die Trennung in drei Sektoren. Frau
Ruvcin erklärte die Schönheiten der größten Holzkirche der Region,
u.a. die zentralen Gestalten der Hl. Katharina, Maria und Barbara.
Nette Facetten des christlichen Lebens, das doch die europäische
Kultur so sehr prägte und Brücken von Ost nach West schlägt.
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Foto 12 (Gerhard
Beil) Inneres der Holzkirche von Jedlinka |
Kezmarok
-die Perle der Zips
Kesmark/Kezmarok, die alte königliche Freistadt, gilt zu Recht als
die "Perle der Zips", steht doch die gesamte Altstadt unter Denkmalschutz.
Kezmarok war ehedem bedeutende Handels- und Schulstadt. Einmalig
die Bibliothek des Lyzeums, das zeitweilig Universitätscharakter
besaß und wo bekannte Persönlichkeiten studierten. Über 150 000
wertvolle Bücher besitzt diese reichste und größte Schulbibliothek
Europas. Sechs Erstausgaben stammen aus der Zeit vor 1500. Aus dem
16. Jh. sind 3000 Titel erhalten. Frau Slavickova (Foto 13) verstand
es geschickt, mit Charme und Fachwissen die Besucher in ihren Bann
zu ziehen. |
Bild 13 (G.
Beil) Lyzealbibliothek Kesmark/Kezmarok
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Natürlich zeigte sie auch einige bibliophilen Schätze. Einmalig
die hölzerne Artikularkirche mit prächtigen Malereien und einer
symbolträchtigen Geschichte. Daneben ein quasi orientalisches Bauwerk
des berühmten Architekten Theophil Hansen, die Neue Evangelische
Kirche. Sie sollte ursprünglich in Jerusalem stehen, doch man wollte
sie dort nicht. So bildet sie eine Besonderheit der Stadt und beherbergt
das Mausoleum des Kuruzzen-Führers Thököly, noch heute mit Kränzen
verehrt, welche ungarische Farben tragen. |
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Die Thökölys
waren einst auch Besitzer des Stadtschlosses (Foto 14) von Kezmarok,
wo Frau Alzbieta Kredatusova eine äußerst lebendige Führung durch
Kesmarks vielseitige historische Vergangenheit präsentierte.
Foto 14 (Bernd
Ohnemüller) Stadtschloss Kesmark/Kezmarok
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| Ein
Besuch beim Karpatendeutschen Verein der Region Oberzips im Haus
der Begegnung sollte zu einem weiteren Höhepunkt werden. Hier erklärte
der Vorsitzende Vojtech Wagner (Foto 19) die Arbeit des Vereins,
der liebevoll die deutsche Kultur pflegt und u.a. die interessante
Monatszeitschrift Karpatenblatt (www.karpatenblatt.svan.sk) herausgibt.
Herrn Wagner ist es insbesondere zu verdanken, dass der Tag in Kezmarok
so gut gelang. |

Foto 18 (Bernd
Ohnemüller) "Goralik" spielt auf |
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Im Haus der
Begegnung kredenzten Vereinsmitglieder Kaffee und Kuchen und mischten
sich auch zu individuellen Gesprächen unter die vhs-Gruppe, wofür
man sich mit Gesang bedankte, der auch die KDV-Mitglieder mit
einbezog. Bemerkenswert dabei, wie Lieder Brücken schlagen und
Heimat bilden können, selbst mehr als 1000 km von Deutschland
entfernt. Natürlich sang man auch das "Zipser Lied" aus vollem
Herzen. (Melodie wie "Wahre Freundschaft")
"Wo von
Bergen Wasser rauschen, wo die Tatra schaut ins Land, liegt der
schönste Fleck auf Erden, liegt mein schönes Zipserland."
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Foto 19 (Bernd Ohnemüller) Vojtech Wagner, bei seinem Vortrag über
die Arbeit des KDV |
| Nach
einem abschließenden Stadtbummel und der Steigerung des Bruttosozialproduktes
in Kesmark/Kezmarok endete ein ereignisreicher Tag in langen Gesprächen,
bei denen die Eindrücke verarbeitet wurden. |
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Natur und
Kultur pur - auch auf der Rückreise
Die Rückfahrt zum Flughafen Wien geriet zunächst zu einem absoluten
Höhepunkt: Die Tatra im Morgensonnenschein (Foto 20), weiß gezuckert
der Krivan oder die Gerlsdorfer Spitze, Traumwetter.
Foto 20 (Bernd
Ohnemüller) Die Hohe Tatra in der Morgensonne. In der Bildmitte
-mit Kar- die Gerlsdorfer Spitze
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Schwer fiel
der Abschied, und mit diesen Bildern im Herzen ging es durch die
Liptau, die Turz und das Waagtal auf die Rückreise, die noch einmal
unterbrochen wurde durch einen Besuch im Wallfahrtsort Rajecko
Lesna/Freiwald, im "slowakischen Bethlehem". Hier versetzte eine
"Wunderkrippe" (Foto 21) die Besucher ins Staunen. Meister Pekara
arbeitete 15 Jahre an seinem Werk, das den Stall von Bethlehem
in die Slowakei versetzt.
Foto 21 (Bernd
Ohnemüller) Rajecko Lesna/Freiwald, das "Slowakische Bethlehem"
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Stadtbilder, Burgen,
Bergwerke, historische Szenen, Festplätze, Wallfahrtsorte. Viele Sehenswürdigkeiten
der Slowakei sind vertreten. Und alles bewegt sich -angetrieben durch
Scheibenwischermotoren. Ein netter Rückblick auf interessante Reiseziele.
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